Das Milchschaf der Alpen

 

Das Krainer Steinschaf wird in seiner Heimat, Slowenien,

BOVSKA Schaf genannt und als Milchschaf gehalten!

 

Es hat dort bei keiner bis sehr geringer Zufütterung von Kraftfutter eine sehr gute Milchleistung und der typische Bovec Hartkäse, der nur aus Krainer Milch hergestellt werden darf, ist sehr mild und bekömmlich.

 

Die Schafe sind ruhig im Wesen und sehr menschenbezogen, was das melken leichter macht.
Selektion auf einen guten Charakter ist wichtig, gerade bei den Böcken! 
In Deutschland gibt es z.B. auch Betriebe die ihre Tiere bei pädagogischen Projekten,
für Kinder und Jugendliche, einsetzen

 

Mittlerweile können sich die Krainer in Deutschland und Österreich langsam auch als Milchschafrasse etablieren, die weitere Förderung dieser ursprünglichen Nutzung ist u.a. ein Ziel der Züchter unserer Arbeitsgemeinschaft.

ABER: Das Krainer Steinschaf ist ein 3 Nutzungsschaf.

 

Daher ist es uns, der AG, auch ein Anliegen neben der Milch auch die  Wolle und das Fleisch genauso
im Auge zu behalten! Die Selektion auf sehr gute Wolle hilft dem Schaf bei jedem Wetter bestens
zurecht
zu kommen ( die meisten Krainer werden nach wie vor in der Landschaftspflege gehalten )
und nur sehr gute Wolle kann auch zu wundervollen Produkten verarbeitet werden.

 

Das feinfaserige Fleisch der Krainer ist eine Delikatesse und wird gerade jetzt, wo mehr Fokus auf REGIONAL und SAISONAL gelegt wird, immer beliebter! Eine gute Milchleistung der Mutter garantiert
eine gute Entwicklung der Lämmer und damit auch einen guten Schlachtkörper!

 

Die enorme Trittsicherheit, Robustheit und Gesundheit sind weitere Pluspunkte der Rasse,

was sie in der Landschaftspflege sehr gut einsetzbar macht!

 

2010 gab es einen neuen Impuls in Sachen Milch. Auf einer Lehrfahrt, der schwäbischen Schafhalter,
nach Slowenien wurde u.a. auch ein Melkbetrieb in Soca besichtigt. Dort werden gut über 100 Bovska Mutterschafe  gehalten und gemolken. Dank der Anwesendheit des Tierzuchtberaters Vitomir Bric
konnten die Teilnehmer der Lehrfahrt viel über die dortige Haltung der Bovska erfahren und so kam es
dazu das Weihnachten 2010 DREI bereits gekörte Böcke aus Slowenien den Weg nach Bayern angetreten sind! Um in Slowenien gekört zu werden muss die Mutter in der Milchleistungsprüfung sein. So erhält man Einblick in die Milchgenetik über mehrere Generationen.

 

2013 kamen noch ZWEI weitere slowenische Bocklinien aus Herdbuchtieren nach Deutschland.

 

Durch ihre Genetik u die konstante Selektion in Slowenien wurde die, bis dato hier wenig vorhandene Melkbarkeit und die Milchleistung in der Rasse wieder hervor geholt und stark verbessert.

Desweiteren konnten auch Verbesserungen der Euterform, der Zitzen und ganz wichtig der Dauer der Laktation erzielt werden. 

 

All das wird jetzt u.a. durch die Mitglieder der IG Milch gefördert und züchterisch gefestigt!

 

Geänderte Leistungsansprüche haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem starken

Rückgang der Anzahl der Nutztierrassen geführt. Während es früher eine Vielzahl von

Lokalrassen gab, setzt sich heute ein Großteil der Tierbestände aus nur wenigen

Hochleistungstierrassen zusammen. Viele der alten Rassen sind nur noch in kleinen
Restbeständen vorhanden oder sind in den letzten Jahren ausgestorben.

 

Heute gehört das Steinschaf zu den vom Aussterben bedrohten Schafrassen.

 

Sollte es uns nicht gelingen, diese Rasse zu erhalten, verschwindet nicht nur

unwiederbringlich wertvolles genetisches Material, es erfolgt auch eine nicht mehr

Rückgängig zu machende Verarmung unserer Kulturlandschaft.

 

Bei einem Forschungsvorhaben der Justus-Liebig-Universität Gießen, bei dem auch Tiere von
Christan Rist einbezogen waren, wurde das Erbgut der Steinschafe mit dem von Torfschafen verglichen,

deren Reste bei jungsteinzeitlichen Pfahlbauten in der Schweiz entdeckt worden waren.

 

Ergebnis:

Der verglichene Genabschnitt der Mutterlinie stimmten überein.

 

Das Krainer Steinschaf ist eine der ältesten noch vorhandenen alpinen Schafrassen in die nicht 
Bergamasker Schafe eingekreuzt wurden und ist ein Abkömmling des ausgestorbenen Torfschafes.

 

In Bayern werden zwei Herkünfte unterschieden:

das Alpine Steinschaf, das schwerpunktmäßig im Raum Oberbayern gezüchtet wird, und das Krainer Steinschaf, welches aus der Region Krain ( Bovec), dem Dreiländereck Sloweniens angrenzend zu

Kärnten und Italien stammt und in Deutschland großteils im Süden aber mittlerweile auch in fast
allen anderen Bundesländern beheimatet ist.

 

Desweiteren gibt es noch das Montafoner Steinschaf und das großrahmige Tiroler Steinschaf.

 

Rassebeschreibung:

Das Krainer Steinschaf ist ein feingliedriges, kleines bis mittelgroßes Gebirgsschaf.
In einer alten Rassebeschreibung von 1950 wurde schon in einen größeren Typ im Alpenvorland
und einen kleineren "Gebirgstyp" unterschieden. ( engl. Rassebeschreibung s. "Slowenien" )
Das trifft auch nach wie vor auf die deutsche Population zu!

 

Das unbewollte Kopfprofil ist gerade und das Nasenbein leicht gebogen,

die Ohren stehen waagrecht ab bzw. sind ganz leicht hängend.

Die Beine sind dünn aber kräftig, die Klauen sehr hart.

 

Beide Geschlechter gibt es hornlos und behornt. Die Hörner sollen bei den

Böcken weit und schneckenförmig sein, bei den weiblichen Tieren sichelförmig.

Unerwünscht sind zu enge Hornstellungen / Hornstummel. Zuchtausschließend sind einwachsende Hörner.

Im Laufe der Zeit wurde auf Grund der verschiedenen Nutzungsbereiche immer weniger behornte
Tiere gezüchtet, da sich dies insbesondere in Melkbetrieben und in der Stallhaltung ( Heuraufen,
Fressfanggitter ) als problematischer erwies. In Slowenien gibt es keine behornten Tiere, da dort die Milchproduktion in jedem Betrieb im Vordergrund steht.

 

In Deutschland und Österreich gibt es aber nach wie vor Züchter die behornte Tiere halten, sowohl männlich wie weiblich. Die behornten Böcke sind sehr imposant. Bilder siehe Zuchtböcke!

 

Die Mischwolle der Krainer Steinschafe kommt in weiß, schwarz, grau und gescheckt vor, desweiteren
gibt es diverse Abzeichen am Kopf und an den Beinen. Häufig ist die "Gemszeichnung" am Kopf
zu sehen. Die Wolle eignet sich sehr gut zur Herstellung naturfarbiger Teppiche, zum Filzen sowie
auch als Strickwolle.

Die Schur erfolgt im Frühjahr und im Herbst, dann beträgt die Faserlänge 8-10 cm. Es kann bei guter Selektion auch innerhalb dieser Rasse eine sehr gute Wolle erzielt werden mit einer Feinheit von 31-36 Mikron. Es ist gelungen diverse Produkte aus Krainer Wolle auf regionalen Märkten zu etablieren!

 

Das Krainer Steinschaf ist widerstandfähig und wetterhart, genügsam und langlebig. Es passt sich
den unterschiedlichen Standorten problemlos an und nutzt die für Rinder unzugänglichen Hochlagen.

Das Gewicht der Mutterschafe liegt, laut Rassebeschreibung, bei 43 - 55 kg, das der Altböcke bei 55 - 70 kg. Sollte das Gewicht etwas darüber oder darunter liegen, erfolgt keine negative Beurteilung,
wenn das Gesamtbild passt.

 

Die Krainer überzeugen auch durch die hohe Qualität ihres wohlschmeckenden, feinfaserigen und zarten Fleisches, das zu wenig Fettansatz neigt.

 

Das Krainer Steinschaf ist asainonal brünstig, und damit hat es ein Alleinstellungsmerkmal unter den Milchschafen, die ansonsten saisonal sind. Mit gutem Management kann man die Krainer ganzjährig melken und somit Milch- und Käseprodukte rund ums Jahr anbieten! 

 

Es ist historisch belegt, dass Schafe nur 2 Zitzen haben u darauf sollte auch in der Zucht geachtet werden!

 

Krainer sind sehr fruchtbar und frühreif.

Die Zwillingshäufigkeit ist hoch, eine dreimalige Ablammung in zwei Jahren möglich.

 


Download
2 Zitzen beim Krainer Steinschaf
Stellungnahmen von Dr. med.vet. Henrik Wagner ~ GEH Schafkoordinator
2013Stellungnahme_Henrik-Wagner-GEH.pdf
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